Montag ist nun also schulfrei. Da wir überhaupt nicht abschätzen können wie es weiter geht, der Tank fast leer ist und über Nacht Geschäfte geplündert und abgebrannt wurden, fährt Steffen gleich 7:00 los und tankt. Außerdem versucht er noch Geld abzuheben – ohne Erfolg. 8:30 macht er sich auf den Weg und geht einkaufen – Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Reis… Wir füllen unsere Vorräte noch etwas auf. Überall sieht man Polizei und Soldaten. Schon ein komisches Gefühl vor dem Laden Soldaten patrouillieren zu sehen – aber in Anbetracht der Lage auch ein Gefühl der Sicherheit.


Friedrich soll noch schnell ein paar Brötchen aus dem Unimarkt holen, weil sie im Jumbo schon leer sind. In der Zeit backen Marie-Luise und Martje Kuchen. Der Kuchen ist fast fertig und die Jungs sind immer noch nicht zurück. Langsam werde ich nervös. Gerade als ich losgehen will, kommen sie wieder – die Kassen waren brechend voll und sie mussten mehr als eine halbe Stunden warten. 🤨
Am späten Nachmittag kommen die Familien Rodemerk sowie Würth zum Kaffeetrinken und Lage analysieren. 18:00 müssen sie schon wieder zu Hause sein – die Ausgangssperre ist auf 18:00 bis 6:00 ausgeweidet worden. Und die Schule wird auch am Dienstag ausfallen.

Wir verfolgen Abends im Internet auf biobiochile.cl die Entwicklungen im Land und in Concepcion. Bevor wir ins Bett gehen sehen wir nochmal aus dem Fenster und sehen eine riesige schwarze Qualmwolke. Die haben doch tatsächlich einen Sodimac (Baumarkt) in der Stadt angebrannt. Wir sind ziemlich fassungslos wegen der sinnlosen Zerstörung überall in der Stadt. Und gleichzeitig dankbar, dass wir in San Pedro de la Paz bis jetzt keine Zwischenfälle hatten.

Dienstag haben wir nun wieder frei. Wir wollen allerdings nicht den ganzen Tag zu Hause verbringen, deshalb beschließen wir etwas auf unserer Flussseite zu erkunden. In der Nähe soll es einen tollen Wasserfall geben. Also machen wir uns auf den Weg. Leider versperrt uns bald ein Tor den Weg. 🤔🤨 Laut google gibt es zwei Wege dort hin. Aber auch der zweite führt nicht zum Ziel. 😮 Was nun? Dann halt noch mal in den Parque Alessandri. Der war beim letzten Mal sehr schön und heute ist das Wetter sogar besser – dann muss es noch schöner werden. Der Weg ist wirklich wunderschön und urig. Man fühlt sich teilweise wie im Urwald. Und auch die Lianen laden wieder zum durch die Luft schwingen ein.




Am Nachmittag ist auch bei unserem Unimarkt eine Demo angekündigt. Die Anwohner sind etwas nervös. Steffen muss zum Zahnarzt und dort vorbei. Hinwärts war es ein überschaubares Grüppchen von 10 Leuten, heimwärts sind es schon deutlich mehr:


Steffen ist Mittwoch noch mal unterwegs, um ein paar Besorgungen zu machen. Dabei fährt er mit Friedrich am abgebrannten Sodimac vorbei.

Nachmittags sind wir bei Familie Rodemerk zum Kaffee eingeladen. Und Steffen bekommt langsam Hummeln in den Po. Der dritte Tag in Folge frei und Donnerstag soll auch wieder frei sein. Da wird wohl am Freitag auch frei sein. Denn Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Da können wir doch wegfahren. Gesagt getan. Am Donnerstag packen wir unsere sieben Sachen zusammen und fahren einfach los – Richtung BioBio-Quelle nach Alto BioBio.
