2020-01-01 Happy New Year

Unser nächstes Abenteuer erwartet uns am Lago Tagua Tagua. Für die Nacht vom 30. auf den 31. suchen wir uns eine Cabana. Der Besitzer ist so freundlich und erlaubt uns unsere Sachen für die Silvester-Nacht in der Cabana zu lassen, weil wir dann vom 01. auf den 02. wieder dort übernachten wollen. D.h. wir brauchen das vollgepackte Auto nicht unbewacht auf einem Parkplatz stehen lassen.

Die Kinder sind wieder mal begeistert. Sie können über den Zeltplatz stromern und am Abend sogar in die heiße Tina gehen. Das ist eine riesige runde Badewanne im Freien. Lange dürfen sie allerdings nicht drin bleiben. Am nächsten Morgen müssen wir relativ zeitig aus den Federn, weil wir die Fähre und dann das Boot zum Parque Tagua Tagua schaffen müssen. 9:00 legt die Fähre ab. Unsere Cabana ist nur etwa 10 Minuten zu Fuß von der Fähre entfernt. Wir lassen also unser Auto auch an der Cabana und flitzen zur Fähre.

Am Morgen beim Einpacken war alles noch recht nass.
Das ist eine heiße Tina. Vielleicht mit einer Sauna zu vergleichen.
Auf dem Weg zur Fähre.
Wir haben es geschafft.
Was für ein Bild der Einigkeit – da schlägt mein Mutterherz höher.

Auf der Fähre treffen wir ein sehr nettes Ehepaar. Sie haben selber drei Erwachsene Kinder und sind viel gewandert. Sie haben 6 Jahre in Deutschland gewohnt und sprechen somit ziemlich gut Deutsch. Sie erzählen uns, dass vor dreißig Jahren noch keine Straße zu dem See geführt hat, nur ein abenteuerlicher Wanderweg hat hin und vorbei geführt. Diesen sind sie damals gewandert und heute fahren sie ihn ein Stück weit mit dem Auto. Sie erzählen, dass vor dreißig Jahren die Straße nach Süden in Puerto Montt endete. Schon faszinierend was sich in der recht kurzen Zeit alles geändert hat.

Das ist der Parque Tagua Tagua und da müssen wir hoch.

Am „Zielhafen“ wartet schon unser Motorboot zum Parque Tagua Tagua. Das ist ein privater Nationalpark den man nur mit einem Boot erreichen kann. Es gibt zwei Hütten hier, für die man sich vorher anmelden muss. Es kommen noch zwei Pärchen mit uns rüber.

Wow ist das schnell.

Bevor wir landen bestaunen wir die Wasserfall aus nächster Nähe.

Wir nähern uns dem Wasserfall.
Alles Aussteigen, bitte.

Der Weg nach oben ist atemberaubend – in zweierlei Hinsicht 😉 – die Natur ist wunderschön und der Weg sehr anstrengend. Friedrich ist ziemlich von den Bremsen angenervt und so kommt es, dass er einfach vorneweg rennt. Die sind wirklich sehr nervig. Ich nutze meinen Hut als Kuhschwanz. 😂

Pauli meistert den Aufstieg heute mit Papa und macht sogar zwei kleine Umweg zu den Wasserfällen.

Die Hütte liegt direkt an einem See. Dieser See ist noch recht jung und so stehen noch die Baumstämme des ursprünglichen Waldes im Wasser. Das sieht ziemlich skurril aus. Die Entstehung des Sees ist die Folge eines Erdbebens vor 150 Jahren. Aber was das Erdbeben genau mit der Seebildung zu tun hatte, konnte uns der Ranger nicht erklären.

Wir richten uns häuslich ein und erkunden die Umgebung. Steffen und Paul gehen zu einem weiteren Wasserfall und der Rest bleibt beim Haus. Zum Abendbrot gibt es Nudeln mit Hähnchen am Lagerfeuer. Wir teilen es uns mit zwei Brasilianerinnen. Eine von ihnen ist Künstlerin und schnitz für jedes Kind ein Andenken – für Paul ein Auto, für Marie-Luise einen Hai, für Hans eine Ente und für Friedrich eine Rakete. Die vier sind richtig glücklich mit ihren Spielzeugen.

Das sind uralte Alercen – ca. 1000 bis 2000 Jahre alt. (patagonische Zypresse)
Das Auto wird bemalt.
Hier entsteht gerade der Hai.
Leider hat Marie-Luise ihren Hai auf dem Rückweg verloren.

Als es immer dunkler wird ziehen sich die Kinder ins Haus zurück und spielen Karten. Gegen 23:00 schläft Paul in meinen Armen ein und wenig später ist auch Marie-Luise eingeschlafen. Steffen und die beiden anderen Jungs gehen auf Frosch-Suche. Hier gibt es den Darwin-Frosch. Gehört haben wir ihn schon. Es hört sich an, als ob zwei Stöcke aufeinander geschlagen werden. Gefunden haben sie leider keinen. Dafür aber zwei andere.

Am Lagerfeuer gibt es für alle die wollen noch Lamm zu essen. Steffen hat es gut geschmeckt. Die Jungs wollten nichts und sind ins Bett gekommen.

Am nächsten Morgen gehen wir es langsam an. Wir packen alles in Ruhe ein und spielen noch etwas bzw. entspannen auf dem Steg. Auf dem Rückweg wollen wir uns Zeit lassen und größere Pausen am Fluss einlegen.

Dieses hübsche Tierchen sitzt ganz ruhig an dem Stamm an den sich Steffen gelehnt hat.

Am Schluss wird es nur eine große Pause, weil Marie-Luise heute vorne weg rennt. Eigentlich wollten wir die zwei Wasserfälle am Weg noch bestaunen, aber weil wir Marie-Luise nicht mehr gesehen haben und sie nirgends gewartet hat und ich mir langsam Sorgen mache stürmen wir den Weg nach unten. Steffen überprüft die Wasserfälle, ob Marie-Luise nicht doch da ist. Wir finden sie dann fast unten bei der Ranger-Hütte beim Kirschbaum. 🤨

Wir warten noch etwa eine halbe Stunde auf unser Shuttle-Boot zurück zur Fähre. In der Zeit essen Paul und ich Kirschen ohne Ende. 😋 Die anderen warten weiter unten. Ein weiterer Mann kommt mit rüber. Pablo fliegt noch heute zurück nach Santiago. Er möchte aber mit seinen drei Söhnen noch einmal wieder kommen. Während wir warten, unterhält er sich mit den Kindern. Auf der Fähre holt er sie sogar auf die Brücke.

Die Wellen sind für meinen Geschmack ziemlich heftig und mir wird sogar etwas schlecht, aber die Kinder jubeln und freuen sich.

Am Hafen warten wir noch 30 Minuten auf die Fähre. Während dessen spielen die Kinder am See. Hansi tritt nach dem Wasser und sein Schuh fällt in den See. Na toll. Ich ziehe meine Schuhe aus und renne ins Wasser. Der Schuh ist eindeutig zu teuer, um ihn einfach im See zu lassen und meine Hose wird ja wieder trocken. Ich sitze jetzt also mit nasser Hose und Strümpfe am Hafen und warte darauf, dass wir auf die Fähre dürfen.

Und dann geht es endlich los. Wir betreten die Fähre und nehmen unsere Plätze oben wieder ein. Eine Frau mit ihrem Kindern kommt auch hoch. Sie kommen aus Puerto Mont und sind gerade auf dem Heimweg.

Zurück in der Cabana sortieren wir unsere Sachen und bereiten das Abendbrot vor. Die Cabana-Besitzerin ist so lieb und heizt die Tina an. Die Kinder sind happy und gehen nach dem Abendbrot wieder ins Wasser. Steffen geht später auch noch mal rein. Ich bin zu müde und gehe lieber schlafen, werde dann aber vom Klopfen und Rufen Steffens wieder wach. Er steht nur mit Handtuch vor der Tür, weil er sich ausgeschlossen hat.

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