2020-01-17 Gobernador Gregores

Wir haben also die Grenze von Chile nach Argentinien endlich überschritten. Auch hier warten wieder Grenzformalitäten auf uns. Steffen geht mit unseren Pässen rein und wir warten auf die Durchsuchung unserer Sachen. Steffen kommt nach etwa 15 Minuten wieder raus und mit ihm der Grenzbeamte. Er öffnet uns die Sperre und lässt uns passieren – ohne irgendeine Kontrolle. 😮😁 Super! Wir müssen unseren chilenischen Honig nicht wegschmeißen.

Kurz nach der Grenze passieren wir eine Reihe von Seen und Tümpeln. Und da sehen wir sie zum ersten mal – Chile-Flamingos. Steffen kommt aus dem Fotografieren nicht mehr raus.

Wir halten an einer Kreuzung und orientieren uns. Da ruft Paul auf einmal: „Was ist denn das?“. Ein Gürteltier. Wow.

Nach einigen Fotostopps erreichen wir eine befestigte!!! Straße. 😄 Ist das eine Ruhe auf einmal beim Fahren. 😅

Das wird ausgenutzt. Wir brausen mit 120 km/h Richtung El Calafate dahin. Ich muss immer mal einem Schlagloch ausweichen, aber ansonsten ist die Straße einfach nur ein Traum. In Bajo Caracoles machen wir einen kurzen Stopp. Hier soll es eine Tankstelle geben. Die entpuppt sich allerdings nur als Dieselgenerator. Wir haben noch genügend Benzin bis zur nächsten Tankstelle. Im Hotel nebenan erwirbt Steffen für 10 Dollar eine miese Karte. Besser eine als keine. 😖

Und dann ca. 100 km vor Gobernador Gregores rumpelt es auf einmal hinten links. Mir ist sofort klar, der Reifen ist geplatzt. Ich habe sowieso gerade wegen ein paar heftiger Schlaglöcher gebremst und komme schnell zum stehen. So ein Mist!!! Es lief doch gerade so gut. Aber rumheulen hilft nichts. Wo das Ersatzrad ist, wissen wir. Aber wir wissen nicht, wie wir es runterlassen können und den Wagenheber finden wir auch nicht. Wir laden den gesamten Kofferraum leer und finden – NICHTS. Zwei nette Herren, selbst auf dem Weg in den Urlaub, halten an und bieten uns Hilfe an. Steffen gibt dem einen die Betriebsanleitung des Autos. Und ihm fällt dann auch wieder ein, wo das Radwechsel-Set ist. Hinten links über dem Radkasten unter einem Aufbewahrungsfach. Da wäre ich nie drauf gekommen. Aber der Vorbesitzer hatte es Steffen beim Autokauf gezeigt. Nur gut, dass er sich dann doch noch daran erinnert hat!!! Mit der tatkräftigen Unterstützung der beiden Männer ist das Rad dann ziemlich schnell gewechselt. Und das Rad ist um Glück ein vollwertiges Rad.

Während des Wechselns entdeckt Friedrich noch ein Gürteltier. Das muss Steffen dann auch gleich nochmal filmen, fotografieren und anfassen. Es fühlt sich an wie ein Elefantenrüssel. Die ganze Zeit über wehte der Wind so heftig, dass es Paul beim Aussteigen erstmal umhaute. Und beim Pullern musste ich ihn dann auch festhalten. 🤣

Durch diesen unvorhergesehen Zwischenfall hatten wir überhaupt keine Chance mehr bis nach El Calafate zu fahren. Deshalb suchten wir in Gobernador Gregores eine Unterkunft und landen dann auf dem Zeltplatz.

Steffen bekommt heraus, dass Morgen früh gegen 9:30 die erste Reifenwechsel-Werkstatt aufmacht. In einer normalen Werkstatt gibt es keine Reifen zu kaufen. Wir überlegen noch hin und her, ob wir sie im nächsten Ort wechseln lassen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Aber am Ende entscheiden wir uns für das sofortige Wechseln, weil die anderen drei Räder auch schon ganz schön runtergefahren sind. Und ich habe keine Lust auf den endlosen Straßen ohne Ersatzrad zu stranden. Nach einigen Problemen mit der Bezahlerei (die Werkstatt hat kein Kartenlesegerät), werden die Räder gewechselt und das Ersatzrad kommt wieder an seinen Platz – unter das Auto.

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