2020-01-21 El Calafate

Gegen 11:45 verlassen wir die Reifen-Werkstatt und sausen Richtung El Calafate. Die Landschaft ist ziemlich eintönig. Ganz anders als wir sie uns vorgestellt haben. Es ist alles so trocken hier. Und obwohl sich Flüsse durch die Landschaft schlängeln und hier und da auch ziemlich große Seen sind, ist alles braun. Selbst an den Flussufern ist es nur teilweise grün. Das überrascht uns ziemlich. Wir überlegen, ob das schon immer so war oder erst eine Folge von anhaltender Dürre. Auch, dass am Wasser fast nichts wächst, gibt uns Rätsel auf.

Wir legen eine Mittagspause und noch eine kleiner Pause ein. Bei dem kurzen Zwischenstopp entdeckt meine Familie eine Echse. Sie erinnert an eine Agame, von seinen Bewegungen her. Steffen hat nicht raus gefunden, was das für ein Tierchen ist.

Mittagspause im Windschatten einiger großer Steine.

Und dann sind wir in El Calafate. Wow, eine Oase in der Wüste. Wir sind total überrascht von dem Städtchen. In Argentinien wirkt es ordentlicher und organisierter als in Chile. Die Touristinformation hilft uns sogar bei der Unterkunft-Suche und es gibt Info-Material ohne Ende. In der Stadt pulsiert das Leben. Es gibt nette Lokale und Geschäfte. Alles in der Hauptstraße ist auf den Tourismus ausgerichtet.

Die Stadt bekam ihren Namen von den Beeren ringsherum. Am Sonntag nach der Kirche und einem Mittagsschläfchen gehen wir noch am Strand spazieren. Auf dem Rückweg fällt uns eine Familie mit Eimern am Straßenrand auf. Sie sammelt irgendwelche Beeren von dem Stachelgestrüb. Steffen spricht sie an und fragt, was sie sammeln – Calafates. Die kann man essen und sie schmecken sehr gut. Die Frau kocht daraus Marmelade. Sie erinnern vom Geschmack her an Heidelbeeren. Und sie färben Hand und Mund genauso.

Friedrich und Marie-Luise werden von den Jugendlichen der Kirche für Mittwoch zu einer Aktivität eingeladen. Leider sind wir da schon wieder in Chile. Die beiden haben sich super wohl bei den Jugendlichen gefühlt. Die Gemeinde ist zwar nur klein, aber um so herzlicher.

Auf dem Weg zum Strand.
Und wie immer ist der erste Weg – ans Wasser. 😂
Wir entscheiden uns Richtung Stadt zu laufen.
Meine Vier Mini Möllers 😍
Und am Ende wartet ein toller Spielplatz auf meine Kinder.

Montag begeben wir uns schon recht früh auf den Weg zum heiß angepriesenen Gletscher Perito Moreno. Fast alle in El Calafate lebt von dem Gletscher und dem Nationalpark „Los Glaciares“. Die Touristen werden mit vielen Bussen hingefahren. Und wir gehören heute auch Mal dazu. Es gibt zwei Möglichkeiten den Gletscher zu bestaunen – zu Fuß oder per Boot. Wir wollen ihn zu Fuß erkunden und dann entscheiden, ob sich eine teure Bootsfahrt lohnt.

Wieder müssen wir am Eingang des Nationalparks bezahlen. Auch hier in Argentinien ist das so. Wir folgen einer asphaltierten geschlängelten Straße zum Parkplatz und können schon erste Blicke auf den gigantischen Gletscher erhaschen. Der ist der Hammer!!! Riesig, weiß und hoch! Wir werden immer hippeliger. Wir müssen unser Auto auf den unteren Parkplatz stellen, aber es fahren kostenlose Shuttle-Busse.

Auf dem Weg zum Gletscher begleitet uns Regen und ein Regenbogen.

Erst sind wir enttäuscht von den „Wegen“. Alles Gitterwege und eingezäunt. Beim näheren drüber nachdenken, ist das gar nicht so dumm. Es kommen tausende Touristen in der Hauptsaison hier her, um diesen Gletscher zu sehen. Wenn die einfach so die Wege langgehen würden, dann würde von der restlichen wunderschönen Natur nichts mehr übrig bleiben. Die Bäume, Sträucher und Blumen wären dem Untergang geweiht. Ist schon gut so, wie sie es organisiert haben. Dadurch können viele Menschen das Naturschauspiel genießen und die Natur wird weitestgehende geschont.

Die Wege.

Die Wege sind echt super angelegt. Sie zeigen den Gletscher mal von oben und dann von weiter unten, sodass das Ausmaß klar vor Augen geführt wird.

Wir können sogar zwei Mal beobachten wie der Gletscher kalbt. Und diese Stelle hätten wir vom Boot aus nie gesehen. Wir sind uns einig, so nah wie per Weg kommen wir mit dem Boot nicht an den Gletscher heran. Wir werden also keine Boots-Tour machen. An der einen Stelle beobachten wir den Gletscher bestimmt eine halbe Stunde (in der die zwei Abbrüche waren) und bummeln dann weiter. Ausgerechnet heute haben wir unsere Canon in der Cabana vergessen. So muss das Handy herhalten.

Bei all den Bildern fällt es schwer eine Auswahl zu treffen. 😅

Wir warten darauf, dass etwas passiert.
Beim Warten wird man schnell hungrig.

Und dann:

Mittagspause.

Wir laufen zum Auto zurück. Auf diesem Weg ist auch nicht ganz so viel los. Die meisten nutzen den Shuttle-Service für Hin- und Rückweg. Zurück in El Calafate machen wir noch einen Stadtbummel und es gibt für jeden ein Eis.

Im Nationalpark-Center holen wir noch ein paar Informationen über Flora und Fauna ein.
Hier kaufen wir den obligatorischen Kühlschrank-Magnet.
Es gibt noch mal so viele Sorten und nur zwei Kugeln. 😂

Dienstag wollen wir einfach nur ein bisschen wandern/laufen in der Natur fernab des Massentourismus. Am Lago Roca soll das super gehen. Wir fahren hin und entdecken wieder mal Flamingos und andere Vögel. Viel gelaufen sind wir nicht, aber eine schöne Zeit hatten wir trotzdem. Paul hat ganz viele Calafates gefuttert und dann haben die drei Kleinen am sowie im Wasser gespielt. Die Verrückten! Ich saß da und habe mit Jacke wegen des Windes trotzdem noch gefroren. 🤣

In Argentinien gibt es deutlich mehr Nandus als in Chile.
Die Calafate-Beeren.
Erst laufen wir ein ganz kleines Stück. Aber der Wind war so heftig, dass er uns total durchgeblasen hat.
Lecker!!! 😋
Auch welche?
Die Verrückten!
Paul ist noch vor Hans. 🥶

Der See gehört auch zum Nationalpark, aber hier braucht man keinen Eintritt bezahlen. Hier gibt es sogar einen kostenfreien Campingplatz. Den schauen wir uns auch noch an, machen ein Picknick und fahren zurück.

Wir suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen.

Zurück in der Cabana machen wir uns nach einer kurzen Pause wieder auf. In El Calafate gibt es ein kleines Vogel-Schutzgebiet. Das wollen meine beiden Vogel-Begeisterten unbedingt sehen. Steffen und Friedrich sammeln sozusagen Vögel. Im Vogelbuch hacken sie alle gesehenen Vögel mit Datum ab. Am Parkplatz gibt es einen super Spielplatz. Den nutzen die anderen. Ich beobachte sie eine Weile und lese dann etwas. Steffen und Friedrich kommen total begeistert wieder. Außerdem hat sich Steffen mit dem Wärter unterhalten. Er erzählte, dass hier alle Parks Eintritt kosten, weil der Staat sie finanziell nicht oder nur kaum unterstützt. D.h. für die Erhaltung der Parks können ausschließlich die Eintrittsgelder verwendet werden. Er erzählt weiter, dass dafür das Studium für jeden kostenlos sei. Für ein armes Land wie Argentinien eine enorme Leistung. Wenn man das alles bedenkt, dann ist es schon o.k., dass sie Eintritt verlangen. Wir Deutsche sind ganz schön verwöhnt!

Und dann feiern wir unser Bergfest des Urlaubs – wir gehen Essen in „Rústico Asador y Parrilla“. Es gibt eine Grillplatte für vier Personen mit Lamm, Rind und Hähnchen. Super rico!!! Das Ambiente ist total super und es schmeckt vorzüglich! Und dann ist unsere Zeit in El Calafate auch schon wieder vorbei.

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