Am Samstag fahren wir dir knapp 340 km (4 1/2 h) also nach Punta Arenas. In Puerto Natales müssen wir noch einen Zwischenstopp einlegen. Wir hatten Wäsche in der Wäscherei abgegeben und die wollen wir noch abholen. Außerdem ist der Tank ziemlich leer. 😅
Punta Arenas soll die windigste Stadt der Welt sein. Die sturmgepeitschten wenigen Bäume scheinen stützen diese Behauptung. Die Stadt liegt etwas auf dem selben Breitengrad wie Erfurt. Allerdings ist das Wetter weit von unserem gewohnten Sommerwetter entfernt. Es ist kalt und windig.
Auf einer Internetplattform (ich möchte Schleichwerbung vermeiden 😅😉) haben wir eine Cabana gebucht. Dementsprechend brauchen wir heute mal nicht erst nach einer Unterkunft suchen. 😁 Am Samstagabend gehen wir nur noch einkaufen und richten uns häuslich ein.




Von der Cabana aus sind es zu Fuß nur etwa 15 min zur Kirche und sogar nur 5 min zur Magellan Straße. Sonntagvormittag gehen wir in die Kirche und werden hier herzlich willkommen geheißen.


Nach dem Mittagessen und einer Palast-Ruhe wollen wir endlich die Magellan Straße bestaunen. Vom Ufer aus können wir sogar schon Feuerland sehen.





Hans möchte unbedingt eine Angel. Deshalb kauften wir Angelhaken, Schwimmer und Blei. Nach unserem Ausflug zur Magellan Straße bauen Steffen, Hans und Paul zwei kleine einfache Angeln.


Für Montag haben wir uns das Ende der Weltvorgenommen. O.k. die Straße führt nicht bis zum Ende des südlichen Festlandes Amerikas, aber ziemlich nahe ran. Vom Ende der Straße aus, kann man in etwa 2-3 Stunden zu einem Leuchtturm wandern. Da wir uns vorher aber noch eine Art Museum anschauen wollen, wissen wir noch nicht, ob wir das schaffen.
Wir stehen früh auf und fahren weiter Richtung Süden zum Fuerte Bulnes. Das soll total interessant und toll sein. Na ja, weil es so heiß angepriesen wird und es sowieso auf unserem Weg liegt, fahren wir halt hin.
Zunächst werden wir positiv von einem Museum überrascht. Hier erfahren wir einiges über die Geschichte des Ortes sowie die Flora und Fauna der Halbinsel. Wir erfahren, dass etwa 3.000 Spanier hier her geschickt wurden, um die Magellan Straße zu besiedeln. Von diesen 3.000 sind nur etwa 300 Siedler angekommen. Die anderen sind unterwegs gestorben oder haben sich einfach wo anders angesiedelt. Das raue Klima machte es den Menschen nahezu unmöglich zu überleben. Nur durch die Hilfe der Ureinwohner und ihre wenigen Vorräte konnten sie 3 Jahre mehr oder weniger überleben. Es gab nur einen Überlebenden. Diese Bucht wird auch heute noch Puerto del Hambre (Hunger-Hafen) genannt. Der zweite Ansiedlungsversuch wurde erfolgreich in Punta Arenas durchgeführt.




Nach dem Museum geht es weiter Richtung Fuerte Bulnes. Die Halbinsel ist ein privates Denkmal. D.h. das Museum, das Fort die Instandhaltung und das Personal werden ausschließlich von den Eintrittsgeldern finanziert.
Das Fort ist eine Nachbildung des Orginals, dass dort einmal stand. Bevor Punta Arenas besiedelt wurde haben die Spanier noch einmal versucht diese Halbinsel zu besiedeln. Das hat durch massive Unterstützung einigermaßen funktioniert. Dennoch siedelten die Menschen bald in das geschütztere Gebiet bei Punta Arenas um. Hier war es etwas erträglicher.




Die Natur ist hier schön, aber rau. Es gibt einen kleinen Rundweg am Strand entlang. Und da sehen wir Delfine. Wow, wie cool! Der Weg ist wunderschön!!!









Das Fort hat insgesamt mehr Zeit in Anspruch genommen als wir dachten. Es wird wohl nichts mehr mit der Leuchtturm-Wanderung. Außerdem schlägt das Wetter um. Aber wir wollen trotzdem noch bis zum Ende fahren und ein Stückchen laufen. Die Straße ist echt krass. Ein ganzes Stück führt sie sozusagen über den Strand. Keine 3 Meter ist das Meer von uns entfernt. Und wieder sehen wir Delfine. Wir halten an, zücken die Ferngläser und beobachten fasziniert diese wunderschönen Tiere. Gar nicht so einfach. Sie zeigen immer mal ihre Rückenflosse und sind dann wieder eine Weile unter Wasser.



Und wir haben Glück. Am Ende der Straße regnet es noch nicht. Wir ziehen uns warm an, packen unser Picknick ein und laufen los.









An der Straße nach Punta Arenas gibt es immer wieder Grundstücke vollgestopft mit Booten. Wir wissen nicht so richtig, ob das Werften sind oder Schiffsfriedhöfe. Wahrscheinlich beides. Durch die Privatisierung der Fischgründe, wurde vielen kleinen Fischern die Lebensgrundlage genommen. Und ich denke mir, dass viele der Schiffe noch aus der Zeit davor stammen und jetzt einfach nur noch vor sich hinoxidieren. Aber ich kann mich auch irren.


In der Nähe von Punta Arenas liegen die Inseln Magdalen und Marta. Auf der Isla Magdalena gibt es eine riesige Brutkolonie Magelan-Pinguine. Und auf der Isla Marta gibt es ganz viele Seelöwen. Die wollen wir uns am Dienstag ansehen. Um 6:30 müssen wir schon am Treffpunkt sein. Echt früh, selbst für uns. Wir stehen 5:00 auf und fahren 6:15 los. Wir wissen noch gar nicht richtig, was uns erwartet. Am Treffpunkt warten schon viele andere darauf, dass es losgeht. Alle werden in einen großen und einen Minibus verfrachtet und dann fahren wir etwa eine halbe Stunde zum Bootsanleger. Nach einer knappen Stunde Bootsfahrt sind wir auf der Insel. Der Wellen gang ist für mich schon grenzwertig. Es kostet mich einiges an Konzentration, dass mir nicht schlecht wird.





Und dann sehen wir endlich die Pinguine. Auf der Insel gibt es einen kleinen Rundweg, den sollen wir in einer Stunde abgelaufen sein. Dann müssen wir wieder an Board. Die Entfernung ist in 10-15 min locker zu laufen, aber nicht wenn man Fotos ohne Ende schießen möchte und wenn man die Pinguine beobachten möchte.


















Pinguin-Bruthöhle 





Pinguine ohne Ende. Und dazu kommen noch „sau“ viele Dominikaner-Möwen. Außerdem gibt es noch Skuas (Raubmöwen). Die greifen vor allem die Möwenküken an. Die Pinguin-Küken sind schon zu groß für sie.
Wir gehören mit zu den letzten, die das Boot wieder besteigen. Es ist einfach zu spannend die Vögel zu beobachten. Als wir losliefen, hatte ich etwas Bedenken, ob die Massen an Menschen nicht zu viel Stress für die Vögel ist. Aber die lassen sich überhaupt nicht von uns stören. Im Gegenteil einige sind so frech und kommen auf uns zu. Pinguine sind schon trollige Vögel.



Wieder an Board gibt es für jeden ein heißes Getränk und Plätzchen. Gar nicht so einfach bei dem Wellengang heißen Kakao zu trinken. Auf Grund des zunehmenden Windes, können wir die Insel Marta leider nicht besuchen. Schade!!!

Hans seilt sich nach einer Weile ab und will auf Toilette, aber er kommt irgendwie nicht wieder. Auf der Suche nach ihm, finden wir ihn am Steuerrad. Hans steuert das Boot!!! Als Paul das hört, muss er das auch sehen und geht zu ihm hin. Allein dafür hat sich der Ausflug schon gelohnt, meint Hans. 🤣

Nach der Tour bin ich ziemlich fertig und möchte einfach nur meine Ruhe haben und etwas schlafen. Steffen schnappt sich die Kinder und fährt zu einem Naturpark mit See und Grillmöglichkeiten. Hans und Paul wollen auch ihre neuen Angeln ausprobieren.









Sie grillen und gehen dann noch einen 1,5 km Rundwanderweg. Die Natur muss ziemlich beeindruckend sein. Und es ist kalt. Marie-Luise ist viel zu dünn angezogen. Aber da muss sie durch.
Ganz zum Schluss dann das Highlight, sie entdecken einen etwa taubengroßen Eisvogel – den Martin Pescador.



