2020-01-17 Gobernador Gregores

Wir haben also die Grenze von Chile nach Argentinien endlich überschritten. Auch hier warten wieder Grenzformalitäten auf uns. Steffen geht mit unseren Pässen rein und wir warten auf die Durchsuchung unserer Sachen. Steffen kommt nach etwa 15 Minuten wieder raus und mit ihm der Grenzbeamte. Er öffnet uns die Sperre und lässt uns passieren – ohne irgendeine Kontrolle. 😮😁 Super! Wir müssen unseren chilenischen Honig nicht wegschmeißen.

Kurz nach der Grenze passieren wir eine Reihe von Seen und Tümpeln. Und da sehen wir sie zum ersten mal – Chile-Flamingos. Steffen kommt aus dem Fotografieren nicht mehr raus.

Wir halten an einer Kreuzung und orientieren uns. Da ruft Paul auf einmal: „Was ist denn das?“. Ein Gürteltier. Wow.

Nach einigen Fotostopps erreichen wir eine befestigte!!! Straße. 😄 Ist das eine Ruhe auf einmal beim Fahren. 😅

Das wird ausgenutzt. Wir brausen mit 120 km/h Richtung El Calafate dahin. Ich muss immer mal einem Schlagloch ausweichen, aber ansonsten ist die Straße einfach nur ein Traum. In Bajo Caracoles machen wir einen kurzen Stopp. Hier soll es eine Tankstelle geben. Die entpuppt sich allerdings nur als Dieselgenerator. Wir haben noch genügend Benzin bis zur nächsten Tankstelle. Im Hotel nebenan erwirbt Steffen für 10 Dollar eine miese Karte. Besser eine als keine. 😖

Und dann ca. 100 km vor Gobernador Gregores rumpelt es auf einmal hinten links. Mir ist sofort klar, der Reifen ist geplatzt. Ich habe sowieso gerade wegen ein paar heftiger Schlaglöcher gebremst und komme schnell zum stehen. So ein Mist!!! Es lief doch gerade so gut. Aber rumheulen hilft nichts. Wo das Ersatzrad ist, wissen wir. Aber wir wissen nicht, wie wir es runterlassen können und den Wagenheber finden wir auch nicht. Wir laden den gesamten Kofferraum leer und finden – NICHTS. Zwei nette Herren, selbst auf dem Weg in den Urlaub, halten an und bieten uns Hilfe an. Steffen gibt dem einen die Betriebsanleitung des Autos. Und ihm fällt dann auch wieder ein, wo das Radwechsel-Set ist. Hinten links über dem Radkasten unter einem Aufbewahrungsfach. Da wäre ich nie drauf gekommen. Aber der Vorbesitzer hatte es Steffen beim Autokauf gezeigt. Nur gut, dass er sich dann doch noch daran erinnert hat!!! Mit der tatkräftigen Unterstützung der beiden Männer ist das Rad dann ziemlich schnell gewechselt. Und das Rad ist um Glück ein vollwertiges Rad.

Während des Wechselns entdeckt Friedrich noch ein Gürteltier. Das muss Steffen dann auch gleich nochmal filmen, fotografieren und anfassen. Es fühlt sich an wie ein Elefantenrüssel. Die ganze Zeit über wehte der Wind so heftig, dass es Paul beim Aussteigen erstmal umhaute. Und beim Pullern musste ich ihn dann auch festhalten. 🤣

Durch diesen unvorhergesehen Zwischenfall hatten wir überhaupt keine Chance mehr bis nach El Calafate zu fahren. Deshalb suchten wir in Gobernador Gregores eine Unterkunft und landen dann auf dem Zeltplatz.

Steffen bekommt heraus, dass Morgen früh gegen 9:30 die erste Reifenwechsel-Werkstatt aufmacht. In einer normalen Werkstatt gibt es keine Reifen zu kaufen. Wir überlegen noch hin und her, ob wir sie im nächsten Ort wechseln lassen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Aber am Ende entscheiden wir uns für das sofortige Wechseln, weil die anderen drei Räder auch schon ganz schön runtergefahren sind. Und ich habe keine Lust auf den endlosen Straßen ohne Ersatzrad zu stranden. Nach einigen Problemen mit der Bezahlerei (die Werkstatt hat kein Kartenlesegerät), werden die Räder gewechselt und das Ersatzrad kommt wieder an seinen Platz – unter das Auto.

2020-01-16 Nationalpark Patagonia

Auf dem Weg nach Argentinien fahren wir durch den Nationalpark Patagonia. Letztes Jahr wurde er von Tompkins an Chile übergeben. Tompkins ist ein amerikanischer Mulitmillionär, der in Chile massenweise Land gekauft hat. Dieses Land hat er zu Nationalparks ausgebaut und schenkt sie dann dem Land Chile zur weiteren Verwaltung.

Dieser Nationalpark wurde also letztes Jahr an Chile übergeben. Bis dahin konnte man ihn kostenlos bewandern und in im Zelten. Jetzt verwaltet die conaf den Nationalpark und man muss Eintritt bezahlen sowie Zeltplatzgebühren. Das ist wirklich schade hier, dass man für fast alle Parks Eintritt bezahlen muss. Auf der anderen Seite muss das ganze ja auch finanziert werden. Wir haben uns lange Gedanken darüber gemacht. Wir sind in Europa ganz schön verwöhnt.

Am Eingang des Parks trafen wir auf eine große Herde Guanakos. An weiterfahren ist jetzt erst mal nicht mehr zu denken. Es werden Fotos ohne Ende geschossen. Als wir dann endlich weiterfahren bleiben wir immer wieder stehen, um die Umgebung in uns aufzunehmen. In etwa der Mitte des Weges finden wir das Nationalpark-Besucherzentrum und holen ein paar Informationen ein. Bei dem einen Campingplatz soll es zu einem sehr schönen Aussichtspunkt gehen. Wanderwege gibt es nur lange hier, keine kurzen. O.k. dann fahren wir einfach weiter nach Argentinien.

Wir sind noch nicht richtig drin, aber wir sehen sie schon – die Guanakos.
Wir entdecken am Himmel auch drei Kondoren.

Am Zeltplatz gefällt es den Kindern und Steffen so gut, dass der Beschluss gefasst wird, dass wir die Nacht doch noch in Chile bleiben. Bevor wir unsere Zelte aufbauen, fahren wir zum Aussichtspunkt. Dank unseres Allrads können wir fast bis hinfahren.

Porzellan-Orchidee
Am Aussichtspunkt.

Und dann bauen wir die Zelte auf. Es gibt einen kleinen Bach und zu jedem Zeltplatz gehört eine überdachte Essecke. Die Kinder spielen Fußball und erkunden die Gegend. Sie entdecken bachaufwärts ein Wehr. Was für ein Spaß. Jetzt wird die Klappe immer wieder auf und zu gemacht. Wenn sie das Wasser stauen, dann kommt fast kein Wasser mehr bei uns an. Und wenn sie sie wieder öffnen, dann hört man das Wasser richtig anrauschen. Da bekommt man eine ungefähre Vorstellung davon, was passiert, wenn auf einmal das Wasser aus den Bergen angeschossen kommt.

Auf dem Zeltplatz.
Paul möchte dann nach einer Weile in den Bach.
Ist das kalt.
Egal, nur so komme ich auf die andere Seite.
Ich sortiere die Bilder und schreibe schon mal Berichte vor, bis wir wieder WiFi haben.
Das Wehr.
Abendessen – Nudeln mit Salami.
Steffen und Friedrich kümmern sich um den Abwasch.

Beim Abendbrot kommt der Ranger angefahren und als ich mit den Kleinen schon im Zelt bin, kommen sie zu Steffen. Es kostet Geld, wenn wir hier übernachten. Sie sind großzügig und nehmen nur das Geld für Steffen und mich. Außerdem erzählen sie Steffen einiges über den Park. Danach gehen Steffen und Friedrich noch auf Puma-Suche. sie schlagen sich durchs Gelände und auf dem Rückweg verlaufen sie sich etwas. Sie gehen durch einen Sumpf und bekommen nasse Füße. Und dann finden sie tatsächlich eine Puma-Spur. Wow! Die beiden sind begeistert. Aus der einen Stunde Entdeckungstour werden knapp zwei Stunden. Ich war kurz davor auf die Suche zu gehen.

Dieses blöde Stachelzeug bleibt ständig an den Klamotten und Schuhe hängen.
Die Puma-Spur.
„Hab ich einen Durst!“

Am nächsten Morgen packen wir die Zelte schnell zusammen, weil es doch tatsächlich wieder etwas anfängt zu regnen. Es war aber zum Glück nur etwas Nieselregen.

Am Morgen werden die Bäume entdeckt. Eigentlich viel zu Schade, jetzt schon weiterzufahren! Aber wir wollen am Sonntag in der Kirche sein.

Kurz vor der Grenze entdecken wir endlich die Nandus. So cool! Angeblich braucht man ganz viel Glück sie hier zu sehen. Diese Nandus werden gerade mit viel Mühe wieder angesiedelt. Und wir haben sie gesehen.

Die chilenische Grenzkontrolle ist ca. 5 km vor der Grenze. Wir brauchen etwa eine halbe Stunde. Es macht sich bezahlt, dass wir einen so kleinen Grenzübergang genommen haben. 😁
Wir passieren die Grenze.
Magellan-Gänse

2020-01-15 Cochrane und Caleta Tortel

Auf dem Weg nach Cochrane bessert sich das Wetter, wir fahren also dem Regen davon. Kurz vor Cochrane sehen wir unser erstes freies Guanako. Was für ein Highlight! Die Landschaft verändert sich immer mehr. Am Zusammenfluss von Rio Baker und Rio Chacabuco sieht es aus wie eine Modelleisenbahn-Landschaft.

Unterwegs helfen Steffen und Friedrich beim Anschieben.
Der Rio Baker ist am Ende der wasserreichste Fluss Chiles und seine Färbung ist nahezu schlumpfblau.
Der Fluss Rio Baker fließt mal durch schmale Täler und mal durch weite Landschaften.
Zusammenfluss von Rio Baker und Rio Chacabuco
Die Färbung des Rio Chacabuco ist kein Schatten, sondern die echte Färbung des Flusses.

In Cochrane finden wir nach einigem Suchen eine super tolle Cabana – Cabanas Margarita. Ein altes Ehepaar sind die Betreiber und die beiden sind sooooo herzlich. Der Mann erzählt Steffen alles Mögliche. Ich kann leider nur wenig verstehen, weil mein Spanisch quasi nicht vorhanden ist. Que pena! Wir werden zwei Nächte hier bleiben und dann über Argentinien weiter nach Feuerland.

Am nächsten Tag wollten wir ursprünglich die knapp 230 km nach Villa O’Higgins fahren, aber das stellt sich schnell als unmöglich heraus. Wir haben nicht mit den Straßenverhältnissen gerechnet. Ziemlich dumm von uns! Für eine Strecke bräuchte man knapp 6 Stunden. Der Plan wird also schnell in den Wind geschlagen. Stattdessen wollen wir nach Caleta Tortel – dieses Dörfchen wurde uns von verschiedenen Seiten immer wieder wärmstens empfohlen. Es ist einzigartig in Chile. Hier gibt es keine Straßen, alles muss zu Fuß über Stecke erreicht werden.

Wir starten also am Mittwoch-Morgen relativ früh. Zumindest so früh, dass noch kein Laden geöffnet hat. Das regnerische Wetter hat uns leider wieder eingeholt. Als wir in Tortel ankommen ist es windig und bewölkt. Das Dorf wirkt recht ärmlich. Ich finde, man sieht, dass das Leben hier sehr hart ist. Für Urlauber scheint es auf den ersten Blick vielleicht romantisch so im Fjord nahe der Flussmündung, aber in Wirklichkeit ist es echt schwer. Ursprünglich lebten die Menschen vom Fischfang. Jetzt rückt der Tourismus immer mehr in den Mittelpunkt. Es werden Cabanas und Hotels gebaut. Es werden Bootstouren zu Gletschern angeboten. Auch hier denke ich, dass das Dorf in ein paar Jährchen nicht mehr wiederzuerkennen ist. Wie schon gesagt – Ein Land im Aufbruch. Mal sehen wo die Reise hingeht.

Ortseingang – im Hintergrund ist ein ganzes Dorf Cabanas neu entstanden.
Zwischen den Häusern ist nur wenig Platz für Tierhaltung. Trotzdem versuchen die Menschen einige Hühner zu halten.
Die Universität Concepcion hat hier sogar eine Außenstelle für Meeres-Forschung.
Auch hier gibt es große Plätze. Nur sind die nicht grün, sondern aus Holz gebaut.
Gletscher
Auf dem Weg zum Einkaufen in Cochrane.
Hähnchen holt man hier mit den Händen aus der Tiefkühltruhe. 😅

2020-01-14 Valle Exploradores

Bevor wir weiter nach Cochrane fahren, wollen wir uns die Möglichkeit Ausläufer des nördlichen Eisfeldes zu sehen nicht entgehen lassen. Bis vor ein paar Jahren war es nicht möglich mit dem Auto überhaupt so nahe an das Eisfeld ranzukommen. Es war nur per Boot möglich und das ist recht teuer. D.h. die Straße ist relativ neu. Es gibt einen kleinen Wanderweg zu einem Aussichtspunkt auf den Gletscher, den wollen wir gehen.

Wir packen ziemlich schnell unsere Zelte ein, weil es tatsächlich anfängt zu regnen. Immerhin haben wir es geschafft im Trockenen zu frühstücken. Die Zelte müssen wir halt heute Abend noch mal rausholen und trocknen lassen. Die Straße führt uns zunächst durch Weideland. Kleine Häuser stehen am Wegrand. Diese sind mit kleinen Fotovoltaik-Anlagen ausgestattet. Anders haben die Leute keine Chance an Strom ranzukommen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass sich die Leute diese Anlagen selber leisten können. Ich gehe eher davon aus, dass der Stromversorger die hingestellt hat. Die Anlagen sehen alle gleich aus. Diese Anlagen sind uns schon gestern auf unserem Weg aufgefallen.

Wir passieren sumpfiges Gelände und wieder mal Regenwald. Der Wanderweg liegt ebenfalls im Regenwald und passend dazu regnet es. Aber das hält uns nicht ab, den Weg zu erklimmen. Das einzige traurige am Regen ist, dass die Sicht wieder mal nicht so gut ist. Schade! Aber wir haben den Gletscher immerhin gesehen.

Der Weg führt uns zunächst eben durch den Wald und dann geht es steil bergauf. Ein sehr schöner Weg. Allerdings recht schwierig durch die vielen Wurzeln und den glitschigen Untergrund. Ich muss überwiegend den Boden betrachten, damit ich nicht hinfalle.

Wir sind etwas enttäuscht von dem Geröll auf dem Gletscher. Wir wollten so einen richtigen Weißen sehen. 🤣

Die Straße führt dann weiter zum Hafen, von dem aus man Bootstouren zum Gletscher machen kann. Ca. 130.000 Peso pro Person, das ist uns eindeutig zu teuer und bei Regen sowieso nicht so toll. Im Nachhinein hätten wir uns die Strecke sparen können. Später ist man immer schlauer.

2020-01-13 Puerto Rio Tranquilo

Die Carretera Austral führt uns weiter Richtung Süden nach Puerto Rio Tranquilo, der Ausgangspunkt zum Norden des nördlichen Eisfelds und den Marmorhöhlen. Auf dem Weg dorthin gibt es erstaunliche Landschaften zu bestaunen und riesige Baustellen. Wenn die weiter so an der Carretera Austral bauen, dann weichen die Schotterpisten in den nächsten 10 Jahren Asphaltstraßen. Das wiederum bedeutet mehr Tourismus und das … Wer weiß? Man merkt dass das chilenische Patagonien im Aufbruch ist. Hoffen wir, dass das der Natur nicht abträglich ist.

Unsere letzte Vermieterin meinte, dass Teilstücke der Straße ab 13:00 bis 17:00 gesperrt sein werden. Wir passieren diese Stellen jedoch rechtzeitig und müssen nur ab und zu ein paar Minuten warten.

Steffen wollte nur die Landschaft fotografieren, da hören wir einen seltsamen Vogelruf und folgen ihm.
kurze Pause

In Puerto Rio Tranquilo finden wir einen schönen Zeltplatz direkt am See – Camping Pudu – eine Empfehlung des Lonely Plant. Hans und Paul ziehen auch gleich die Badehosen an und gehen an den Strand, während der Rest die Zelte aufbaut. Richtig rein ins Wasser gehen sie allerdings nicht. Dafür ist das Wasser zu kalt und es ist viel zu windig. In der Sprache der Urbevölkerung heißt der Lago General (größte See Chiles) „stürmischer See“. Nachmittags wird er uns diese Seite noch eindrucksvoller zeigen.

Nach dem Mittagessen fahren wir zu der schon gebuchten Besichtigungstour der Marmorhöhlen. Diese können nur per Boot bestaunt werden. Wir bekommen alle eine Schwimmweste und nehmen Platz im Boot. Bis zu 10 Personen passen drauf. Eine Familie aus Santiago fährt mit uns. Die ausgewaschenen Marmorstrukturen sind wirklich beeindruckend und bizarr. Paul und Hans kommen richtig ins Fotofieber. Aber nicht nur die Beiden.

Während wir so langsam an den Marmorstrukturen vorbeifahren, fische ich einen riesigen Käfer aus dem Wasser. Bis jetzt hatten wir nur ein halbzerfallenes Exemplar gefunden und jetzt den. Er wirkte am Anfang tot, aber auf dem Trockenen und im Warmen erholte er sich wieder. Steffen und die Kinder wollten ihn aber nicht so einfach davonkommen lassen. Er wurde in Marie-Luises Fototasche gesteckt, um ihn später noch genauer untersuchen und fotografieren zu können.

Und dann geht es die ca. 3 km zurück zum Hafen. Mit vollem Gas passieren wir die uns entgegenkommenden Wellen – das gibt ein Gejauchze. „Das ist besser als Achterbahn“, sagt Marie-Luise. Man weiß nie so richtig, wann die nächste höhere Welle kommt und man wieder aufs Wasser klatscht. Wir werden einige Male recht nass, aber dank des Windes auch schnell wieder trocken. Steffens Kommentar: „Allein die Rückfahrt war das Geld wert!“.

Wir besorgen auf dem Rückweg noch Nahrungsmittel und eine Sprite. Nach dem Abendbrot spielen die Jungs mit Papa noch etwas Fußball. Wir beschließen doch nur eine Nacht zu bleiben und am nächsten Tag weiter nach Cochrane zu fahren. Morgen soll es nämlich etwas regnen und da ist zelten eben doch nicht so gemütlich.

Unser Zeltplatz vom See aus.
Cool, bei dem Auto kann man auch draußen ganz gemütlich mitfahren. 🤣
Hans ist heute unser Hüter des Feuers.
Abendessen: Gegrilltes mit Nudeln.
Unser geretteter Käfer.
Auf Hansis Hand.
Auf Wiedersehen! Schön war es hier!

2020-01-13 Nationalpark Cerro Castillo

„Heute Nacht schlafen wir in Argentinien“. Mit diesen Worten starten wir im verregneten Regenwald in Puerto Cisnes und fahren Richtung Coyhaique. Die Straßen sind asphaltiert und es läuft super. Aber dann geht es auf einmal von der asphaltierten Straße auf eine Schotterpiste. Die Schilder weißen diese als Carretera Austral aus, also fahre ich da weiter. Jetzt geht es natürlich nicht mehr so schnell weiter. Irgendwann werden wir dann doch stutzig und sehen auf der Karte nach. Ja, das ist die richtige Straße, aber die asphaltierte hätte uns schneller ans Ziel gebracht. Mittlerweile hat sich der Regen auch verzogen und wir fahren durch steppenartige Landschaft. Es sieht ganz anders aus. Der Wechsel von Regenwald zu Grasland ist schon ziemlich krass.

Auf Grund der längeren Zeit und des Wetterwechsels beschließen wir kurzer Hand doch nicht nach Argentinien zu fahren, sondern der Carretera Austral weiter zu folgen. Wir würden jetzt durch den Nationalpark Cerro Castillo fahren und hätten ziemlich gute Chancen Huemuls zu sehen. Steffen ist schon ganz heiß.

In Coyhaique tanken wir, kaufen etwas Brot und fahren dann weiter. Die Straße führt uns zunächst durch eine Weidelandschaft und dann biegen wir in den Nationalpark ein. Wow, die Berge und die Flüsse und die Felsen und die Schutthalten, einfach fantastisch. Ich fahre mit knapp 50 km/h durch den Nationalpark und wir halten die ganze Zeit Ausschau nach den Huemuls. Aber wir haben leider keine gesehen. Schade!

Es ist schon ziemlich spät und es ist ziemlich schwierig noch eine Cabana in Villa Cerro Castillo zu finden. Der Nationalpark zieht Scharen von Backpackern an. Laufend stehen welche an der Straße und trampen. Leider ist unser Auto zu voll und wir können keinen von ihnen helfen. Am Ende finden wir eine wunderschöne Cabana, zwar nur für vier Personen, aber sie ist sehr großzügig angelegt. Und wir sind ja mit Campingzeug bestens ausgestattet. Marie-Luise und Paul teilen sich die Eckcouch.

Am nächsten Morgen beschließt der Familienrat: Wir bleiben noch drei Nächte länger. Die Kinder genießen das Gelände um die Cabana. Friedrich kann endlich mal wieder Fußball spielen und die Büsche laden zum Indianer spielen ein. Friedrich hat gerade Winnetou gelesen. Aus seiner aktuellen Sicht ist das Buch sogar besser als Harry Potter.

Steffen fragt schnell bei der Besitzerin nach und ja, es klappt, wir können weitere 3 Nächte bleiben. Schnell noch Lebensmittel kaufen und auf geht es zum Wandern. Es steht nur ein kleiner Wanderweg zu einem Wasserfall und einem mirador (Aussichtspunkt) auf die beeindruckenden Berge an.

Die Kinder laufen vorne weg und spielen Indianer. Ist das herrlich! Alle vier spielen zusammen. 😍
Der Wasserfall.
Wir spielen und genießen das Ambiente. Ich könnte noch stunden dort sitzen, aber die Steine werden dann doch etwas kalt am Po. 😅
Der Ausblick ist traumhaft schön.
Friedrich posiert immer lieber vor der Kamera. 😅
Paul und Hans kommen als nächstes am Ziel an.
Marie-Luise musste ich erst motivieren überhaupt noch weiter zu gehen.
Auch Paul ist ein super Fotomodell 😉

Das einzige Mango an dem Nationalpark ist, dass wir Eintritt für die Wanderwege bezahlen müssen. Es gibt Wandertouren für 3 bis 4 Tage und da muss man ganze 29.000 Peso pro Person bezahlen. Ganz schön teuer. Es war eine schöne Wanderung! Abends grillt Steffen und es gibt Reis und Erbsen dazu. Die Kinder spielen Fußball und Indianer. Es ist herrlich! 😀

Ich backe einen Hefekuchen.
Unsere Cabana.
Alle vier spielen zusammen Fußball.

 In maps.me finde ich noch einen anderen Wanderweg weiter im Park drinnen. Dazu müssen wir erst wieder ein Stück mit dem Auto Richtung Cohaique fahren. Das Höhenprofil sieht schön einfach aus und es verspricht ein schöner Spaziergang zu werden. Wir packen unsere Siebensachen zusammen und fahren los. Auf der Hinfahrt vorgestern habe ich die Stelle super gesehen. Nur heute finde ich sie leider nicht auf Anhieb. Ich fahre 11 km zu weit. Wir wenden und fahren wieder zurück und auf dem Rückweg sehen wir sie endlich – die Huemuls. Nur gut, dass ich mich verfahren habe! 🤣

Huemuls – wir haben gedacht, dass sie viel kleiner sind.

Am Wanderweg kommen wir nach ca. 1 km zum Einlass. Hier müssen wir wieder Eintritt bezahlen. Der nette Mann sagt: „Wenn ihr noch ein wenig das Tal hochlaufen und spielen wollt, braucht ihr von mir aus nicht bezahlen. Aber in 2 Stunden kommt jemand anderes und der ist viel strenger. Außerdem ist der Weg nicht sonderlich interessant. Es geht über Farmland. Außerdem  müsstet ihr durch kniehohe Flüsse waten. Fahrt einfach ein Stück Richtung Villa Cerro Castillo und haltet einfach irgendwo an und geht in den Park“. Das machen wir dann auch. Am Auto werfen wir erst noch ein paar Steine in den Fluss. Wir wollen gerade losfahren, da kommt ein Paar auf uns zu und spricht uns an. Wir haben sie schon auf dem Vulkan Chaiten getroffen. Sie kommt aus Jena und er hat ein Semester in Valdivia studiert. Sie wollen den 4 Tage Trail gehen und haben noch einen anderen jungen Mann getroffen, der auch mit möchte. Sie warten jetzt noch auf ein anderes Mädel. Der andere deutsche junge Mann ist mit dem Fahrrad unterwegs. Die Straße mit Fahrrad und Gepäck…Hut ab!!! Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist er allein unterwegs.

Wir verabschieden uns und fahren wieder Richtung Cabana und halten nach einem Projekt Ausschau. Und dann finden wir eines – ein Tal auf der linken Seite. Wir müssen erst ein Flüsschen überqueren und dann einem Bach folgen. Die erste Herausforderung ist schon mal den Fluss trockenen Fußes zu überqueren.

Wo kommen wir jetzt am Besten rüber?
Wir bauen eine kleine Brücke.

Steffen und die drei Großen überwinden den zweiten Teil per Sprung:

Wir folgen dem Bach in die Schlucht hinein.
Und noch eine Überquerung.

Nach dem wir einen kleinen Wasserfall überwunden haben, machen wir eine Pause.

Wo geht es jetzt am Besten weiter???
Hans entscheidet sich für diesen Weg. Friedrich und Marie-Luise für die andere Seite.

Ich folge dem Bach noch etwas weiter. Eine echte Herausforderung – klettern, aufpassen nicht abzurutschen, Weg finden. So liebe ich es! Marie-Luise und Steffen folgen mir mit etwas Abstand. Irgendwann geht es dann wirklich nicht mehr weiter. Außerdem möchte ich die Jungs nicht so lange allein lassen. Wir kehren zur Pausenstelle um. Wir bauen noch Steinmännchen und gehen dann zurück.

Auf dem Rückweg zu den Anderen.
Steffens Steinmännchen.
Ohne Worte. 😂
Auf dem Rückweg zum Auto.
Paul hat endlich einen tollen Schleifstein gefunden.

Zurück in der Cabana bauen die Kinder ein Zelt aus unseren zwei Decken und mit Strick. Marie-Luise bereitet die Verpflegung vor. Steffen schläft eine Runde.

Sonntag fahren wir 1 ½ nach Cohaique um in die Kirche zu gehen. Dank der Baustellen brauchen wir länger als geplant, aber wir kommen noch einigermaßen pünktlich. Durch das viele Fahren bekommt man ein anderes Gefühl für Entfernungen. Und so ist die lange Anfahrt gar nicht so schlimm. 😅

Auf dem Rückweg nehmen wir zwei Tramper mit. Sie kommen aus Santiago und wollen auch den 4-Tage-Trail gehen. Und die beiden können sogar ziemlich gut Englisch. Eine Seltenheit hier in Chile. Nachdem wir sie abgesetzt haben, suchen und finden wir eine Picknick-Stelle am Fluss. Der Sonntagnachmittag verläuft super ruhig. Wir lesen und spielen und schlafen und essen.

Zum Abendessen wird noch mal gegrillt.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Süden und zwar in Chile. Auf Grund des besseren Wetters wollen wir nun doch noch weiter Richtung Süden.

2020-01-09 Puerto Cisnes

Jetzt heißt es wieder alles packen und weiter fahren. Und es regnet kontinuierlich weiter und das soll so bleiben. Am 08.01.2020 fahren wir weiter durch Regenwälder mit Felsgipfeln im Hintergrund nach Puerto Cisnes. Bei dem Wetter hat auch keiner wirklich Lust eine Pause zu machen. Hoffentlich ist das Wetter Morgen besser. Denn Morgen wollen wir unsere ersten Pinguine und Delfine beobachten.

Gegen 15:00 kommen wir, in einer Regenpause, in Puerto Cisnes an. Die ausgeschilderte Touristen Information gibt es nicht wirklich, also suchen wir auf eigene Faust eine Cabana und eine Delfin-Watching-Tour. Wir finden auch recht schnell eine Cabana. Eine wirklich hübsche Cabana in Ufernähe. Da sie gerade noch gereinigt wird, beschließen wir Essen zu gehen. Es soll ein hübsches kleines Cafe „Viva la Lluvia“ (es lebe der Regen) in der Nähe sein. Es ist wirklich sehr hübsch und urig eingerichtet. Die Kinder (außer Hans) wollen gerne Pizza essen. Also bestellen wir zwei Pizzen. Da kann man doch nichts falsch machen. Ähm, doch. Chilenische Pizzen gibt es ohne Tomatensoße, das Hähnchen sieht aus wie Tunfisch und es sind ganz viele Oliven oben drauf. Wir essen tapfer 1 1/4 Pizzen und den Rest lassen wir uns einpacken. Ich fand es gar nicht so schlecht. Aber nochmal muss ich so eine Pizza nicht haben. Und deshalb gehe ich hier nicht gerne Essen. 😂

Viva la Lluvia
Die Pizzen sind da. Hans bekommt den Rand.

Den Nachmittag verbringen wir in der Cabana, weil es jetzt wieder richtig schüttet. Es gewittert sogar ein wenig. Die drei Kleinen sitzen in dem großen Fensterbrett und malen, wir anderen lesen wieder mal. Nach dem Abendessen dürfen die beiden Großen noch einen Film schauen.

Steffen und ich nutzen eine Regenpause und gehen an das Ufer. Uns erwartet viel Wind und dramatische Lichtverhältnisse.

Das Ufer wurde für chilenische Verhältnisse liebevoll gestaltet.
Der Strand von Puerto Cisnes.
Unsere Cabana.

Wir beschließen nur eine Nacht zu bleiben und am nächsten Tag nach der Tour weiter über Coyhaique nach Argentinien zu fahren. Dort soll das Wetter besser sein. Dementsprechend müssen wir am nächsten Morgen 7:30 aufstehen, damit wir alles packen und 10:00 am Boot sein können.

10:00 stehen wir am vereinbarten Ort und warten bis ca. 10:20 bis das Boot endlich fertig ist. Agusto muss das Boot erst vom Wasser des vorangegangenen Regens befreien. Und das Wetter meint es gut mit uns. Es ist zwar bewölkt, aber es regnet nicht. 😁 Und die Wolken hängen sogar höher als Gestern, d.h. wir können die umliegenden Berge viel besser sehen.

Wir warten.

Und dann geht es endlich los. Wir fahren immer an der Küste entlang. im Fjord liegt eine große Insel namens Magdalena – sie ist ein Nationalpark und nur per Boot erreichbar und dort soll es Pinguine und Delfine geben. Wir sind gespannt.

Eine Lachsfarm. Diese ist 10 m tief, d.h. hier werden zunächst nur kleine gezüchtet. Die anderen sind 20 m tief, für die großen.

Aber zunächst fahren wir an der Festlandküste entlang und können ein paar Vögel beobachten. Unter anderem die Schwarzhalsschwäne – ich wusste gar nicht, dass die auch im Salzwasser leben. Und da ist noch etwas für mich Interessantes, an den Ufern, da wo kein Strand ist, reicht die Vegetation bis an das Meer heran. Das ist eher ungewöhnlich. Normalerweise reicht die Vegetation auf Grund des Salzwassers nicht so nah an das Wasser heran. Aber es regnet hier so viel, dass es auch an den Ufern genügend Süßwasser für üppigen Pflanzenwuchs gibt.

Schwarzhalsschwäne
irgendwelche Wasservögel
schneebedeckte Gipfel
Kormorane
Möwen
noch mehr Möwen
und noch mehr Vögel

Und dann setzten wir zur Insel über. Und da sehen wir unsere ersten freilebenden Magellan Pinguine. Sie schwimmen einwach auf der Wasseroberfläche und ich dachte wir sehen eine Pinguinkolonie, aber so etwas gibt es hier nicht.

Da sind sie…
Magellan Pinguine

An einer weiteren Fischfarm sehen wir einen Seelöwen ganz nah.

Am Ufer der Insel bringt uns Agusto zu einer Terma direkt im Meer. Heiße Quellen strömen unter Wasser aus der Insel.

Steffen erklärt noch mal ganz deutlich, dass wir uns sehr über Delfine freuen würden. Agusto fährt wieder Richtung Festland an eine Stelle, wo Gestern Delfine gesehen wurden. Und dann sehen ich sie. Relativ nahe am Ufer. Die Finnen tauchen immer wieder auf. So eine Aufregung. Leider bekommen wir nur sehr schlechte Aufnahmen, weil der Wellengang ziemlich stark geworden ist.

Genau hinsehen, dann seht ihr zwei Finnen.

Nach dem wir sie ein paar Mal auftauchen sehen haben, fahren wir zurück nach Puerto Cisnes und es beginnt zu regnen. Wieder mal. 😕

Steffen und die Kinder ziehen sich in die Kajüte zurück. Ich bleibe draußen, sonst wird mir schlecht.

Zurück im Hafen, geht es weiter. Wir kaufen noch etwas Pan Amasado. Ich kann es langsam nicht mehr sehen. 😅 Aber anderes Brot gibt es leider nicht. Steffen hat in der Panaderia lecker Biskuitrolle entdeckt und gleich gekauft 😋 Eine lecker Abwechslung.

2020-01-07 Reisetag

Der Dienstag ist einfach nur ein Reisetag. Unser nächstes großes Ziel ist Puerto Cisnes. Weil das aber zu weit ist müssen wir einen Zwischenstopp in Puyuhuapi einlegen – ein Fischerdorf am Endes eines langen Fjords. Hier finden wir eine hübsche kleine Cabana.

Aber halt bevor wir in Puyuhuapi ankommen gibt es ca. 20 km nach Chaiten wieder mal heiße Quellen und da wollen wir hin. Der Regen soll uns davon nicht abhalten. Wir erfahren, dass die Termas el Amarillo eventuell heute geschlossen sind. Irgendetwas ist mit dem Chef wohl nicht in Ordnung. Wir fahren trotzdem hin. Dort erzählt eine Frau, die dort wohnt, dass heute keiner da ist zum Eintritt kassieren und dass sie uns nicht gesehen hat. Die Leute gehen munter rein und raus. Es gibt tolle Umkleideräume und Toiletten und Picknickstellen. Die Termas sind zwei kleine Schwimmbecken. Die Temperatur entspricht ungefähr Badewannentemperatur. Da macht auch der Regen nichts aus. Mir ist es einfach zu kalt für das Umziehen und zum Becken laufen. Und so beobachte ich die anderen einfach beim Baden.

Steffen und die Kinder haben einen Menge Spaß:

Die Krönung des Spaßes ist, dass Pauli SCHWIMMT, ganz alleine und ohne Überredung.

Es Regnet und Regnet und Regnet….

Hinter diesem Haus ist unsere kleine Cabana. Von außen sieht sie nicht so einladend aus, aber von innen ist sie voll in Ordnung.

Während ich alles ordne und das Essen vorbereite, geht Steffen in einer Regenpause mit den Jungs einkaufen und das Dorf erkunden. Leider hält die Regenpause nicht lange und sie kommen durchnässt wieder zurück. Genau richtig zum Abendbrot.

Der Weihnachtsbaum steht noch. 😅

2020-01-07 Im Nationalpark Pumalin

Am 04.01.2020 brechen wir gegen 11:15 auf, um mit der Fähre zum Nationalpark Pumalin zu fahren. Hier geht die Carretera Austral nur mit Fähre weiter. Über Land gibt es keine Straße. Gegen 11:30 beginnt das Boarding. Allerdings werden nur die Tickets kontrolliert, ohne Ausweise. Das gab es auf den großen Fähren in Europa nicht.

Endlich auf der Fähre. Die Kinder beobachten beim Warten eine Robbe und Vögel.
Wir verlassen das kleine Städtchen Hornopiren.
Während der Fahrt wird ein Film gezeigt – Jurassic World. Nein, das ist nichts für unsere Kinder.

Wir lotsen unsere Kinder aufs Deck und genießen die wunderschöne Aussicht und die Sonne. Bald wird es ihnen aber langweilig, also gehen wir in unsere Auto. Aber auch das geht nicht lange gut. Also geht Steffen mit den Kindern wieder raus und ich lese einfach eine Runde.

Nach etwa 3 Stunden landen wir und fahren ca. 10 km über eine Halbinsel des Nationalparks. Am Ende wartet die nächste Fähre. Die benötigt allerdings nur eine dreiviertel Stunde bis zum Zielhafen. Die Zeit nutze ich zum Lesen und Steffen zum Beobachten und Fotografieren mit den Kindern.

Alle sind wieder auf der Fähre.
Was für eine wunderschöne Aussicht.
Wir landen.

Ursprünglich hatten wir gehofft hier am Hafen eine Cabana zu bekommen. Allerdings hat sich schon in Hornopiren herausgestellt, dass es hier nur sehr wenige teure Cabanas gibt. Wir entscheiden weiter zu fahren bis nach Chaiten – etwa 55 km. Hier sollten wir eine Cabana finden und den Nationalpark erreichen wir auch von da. Wir wollen 3 Nächte bleiben. Bei km 192 finden wir eine Cabana – rustikal und relativ groß. Der Besitzer sagt, dass er prinzipiell eine große Cabana hat, sie aber für die nächsten drei Nächte reserviert sei. Er zeigt sie uns aber trotzdem und will die anderen anrufen. Weil es schon recht spät ist, weiß er nicht so richtig, ob sie überhaupt noch kommen. Und dann bekommen wir sie einfach doch. Später sagt er uns, dass die Leute dann doch noch gekommen sind und stinksauer waren.

Bei der Cabana gibt einen einen Tümpel mit Fröschen und Kaulquappen. Es soll auch Darwin Frösche hier geben. Steffen ist mehr als begeistert und WiFi gibt es auch. Besser geht es fast nicht.

Als das Auto leer ist, gehen die Kinder gleich auf Erkundungstour und verhaften ein paar Kaulquappen. Frösche finden sie keine.

Am Sonntag gehen wir in Chaiten in die Kirche. Hier gibt es einen kleinen Zweig mit ca. 15 Anwesenden. Wir werden sehr freundlich willkommen geheißen.

Wir kommen im Regen an. Es wirkt alles noch recht leer. Die anderen kommen kurz vor 10:00 an.

Nachmittags zieht Steffen trotz Regens mit den Jungs los und spaziert 2 kleinere Wanderwege im Nationalpark ab. Der erste führt sie an uralten Alercen vorbei – die älteste ist über 3.000 Jahre alt. Wobei die Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sogar noch ältere gibt. Allerdings könne man die Jahresringe nicht mehr zählen, weil die Bäume innen hohl sind. Leider gibt es viele Touris, die die Rinde der alten Bäume einfach als Andenken mitnehmen und damit die Alercen zum Tode verurteilen. Dem einen fehlt schon die komplette Rinde unten.

Der Regenwald ist echt toll – so grün und zugewuchert.

Hansi kommt ins Fotofieber und probiert sich aus.
So große und dicke Bäume. Alercen sind nach dem Washingtoner Artenschutz Abkommen geschützt. In diesem sind nur zwei Bäume enthalten.

Der zweite Weg führt die Naturforscher an Wasserfällen vorbei. An dem Wanderweg treffen sie einen Kollegen Valdivia mit seiner Familie. Sie haben sich einen uralten Van mit Wohnmobilaufbau gekauft und touren damit durch Chile.

Zu den Wasserfällen gelangen die Forscher nur über Treppen.
Die Treppen sind ganz schön anstrengend für unseren Pauli.
Weiter geht es zum zweiten Wasserfall.
Sebastian mit seiner Familie.

Gegen 18:00 sind sie endlich wieder in der Cabana. Ich habe mir schon langsam Sorgen gemacht. Eigentlich wollten sie schon deutlich eher wieder da sein, aber sie haben einen alten Mann mitgenommen und ihn zur Fähre gebracht. Sie wollten ihn mit seinen großen Koffern nicht im Regen stehen lassen. 🤩 Marie-Luise und ich haben in der Zeit einfach nur gelesen und uns ausgeruht. Das muss auch mal sein. 😅

Gegen 22:00 hat Steffen noch keine richtige Lust schlafen zu gehen, also geht er auch Darwinfrosch-Suche. Er möchte unbedingt einen der kleinen Fröschchen finden. Steffen ist ein großer Fan von Darwin. Hören kann er sie super, aber gefunden hat er leider keinen – trotz Hilfe von Pablo, dem Cabana-Besitzer. Aber Pablo hat zwei andere Frösche für Steffen gefunden.

So hören sich die Darwinfrösche übrigens an:

Die beiden anderen Frösche hat er für die Kinder in den Sandeimer gesteckt. Das gab ein Hallo am nächsten Morgen.

Am Montag wollen wir den Vulkan Chaiten besteigen. Es gibt einen schönen Weg zum Krater. Kurz etwas zu dem Vulkan: Am 2. Mai 2008 brach er zum ersten mal aus. Bis zu dem Tag wusste niemand, dass das überhaupt ein Vulkan ist. Und dann brach er einfach aus. Die Aschewolke ragte 20 km hoch. Der Park wurde daraufhin gesperrt und erst vor etwa 3 Jahren wieder eröffnet. Wir wandern heute also durch eine relativ junge Vegetation. Die alten Baumstämme können wir überall noch sehen. Die Bäume sind aufgrund der enormen Hitze der Lava einfach verbrannt. Mit der Sonne haben wir heute allerdings keine Probleme – es regnet wieder mal. Wir sind ja auch im Regenwald. 😉😅

Während des Ausbruchs bildete die kältere Lava im Krater einen neuen Kegel. Deshalb sieht er auch so skurril, wie auf dem Bild aus.
Hier ist der Weg noch recht flach und schön zu gehen.
Diese Info-Tafel informiert über den Aufbau und die Gesteinsarten. Hier gibt es Obsidian – den besten Feuerstein überhaupt.
Wir überqueren einen Bach. Und ab hier geht es nur noch steil bergauf.

Der Aufstieg besteht überwiegend aus Stufen – aus hohen Stufen. Nicht nur Paul hat zu kämpfen. Ich hatte mich auf einen leichteren Anstieg gefreut, aber da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Landschaftlich ist es einfach nur beeindruckend schön, aber davon bekomme ich nur etwas bei meinen Verschnaufpausen mit. 😣

Kurz vorm Ziel entdeckt Paul den ersten Obsidian. Steffen hat das Schwarze für Holzkohle gehalten. Aber nein es war tatsächlich Obsidian. Jetzt geht das Suchfieber los. Wer findet den größten und schönsten und die meisten.

Endlich oben und alles bewölkt.
Hier stehen noch die Baumreste als stumme Zeugen des Ausbruchs.

Leider bekommen wir den kompletten Kegel im Krater nicht zu sehen, weil die Regenwolken sehr hartnäckig kleben beleiben. Wir sehen lediglich einen erkalteten Lavasee, einen Kratersee und einen kleinen Teil des Kegels.

Und dann reist die Wolkendecke zumindest Bergab etwas auf und wir machen schnell ein Familienfoto:

Der Rückweg geht etwas schneller, als der Aufstieg. Sogar der Regen lässt nach.

Zurück in der Cabana fährt Steffen mit den beiden Großen einkaufen. Den beiden Kleinen lese ich Percy Jackson vor und fange an das Abendbrot vorzubereiten.

Am nächsten Tag geht es auch schon wieder weiter. Steffen lässt sich noch mit unserem freundlichen Vermieter vor Sr. Coihue fotografieren. Vorher hat und Pablo noch ganz stolz ein Stück Holz einer Coihue geschenkt, als Brettchen für’s Grillen. Das Holz ist besonders hart.

Unsere Cabana…
… bei km 192 mit dem Namen km 192. 😅

Selbst am Tag können wir die Darwinfrösche hören. Aber finden können wir auch dann keine. Die sind so klein und getarnt. Sie hüpfen auch nicht weg, wenn man auf sie zu läuft. Es ist wirklich verflixt schwierig diese kleinen Fröschchen zu finden. Aber ganz schön laut sind die. 🤣

2020-01-03 Hornopiren

Nach einer weiteren erholsamen Nach in der Cabana am Lago Tagua Tagua führt uns unser Weg nach Hornopiren. Hier übernachten wir zwei Nächte, zum einen, um eine Pause einzulegen und zum anderen, weil die landschaftlich schöne Fähre zum Nationalpark Pumalin eh erst am Samstag 12:30 fährt. Wir finden in Hornopiren eine wirklich schöne und helle Cabana. Von außen sind sie zwar dunkel, aber von innen schön hell.

Am Freitag (03.01.2020) grillen wir zur Abwechslung mal Mittags und fahren danach zum Rio Blanco. Ein wunderschöner Wasserfall wartet etwas Flussaufwärts auf uns.

Um zu dem Wasserfall zu gelangen, muss man ein privat Grundstück passieren und deshalb etwas Eintritt bezahlen. Wir fahren noch ein kleines Stück mit dem Auto flussaufwärts und laufen dann los. Das Tal an sich wirkt wie Weidelandschaft, aber die Berge sind einfach nur super.

Auf unserem Weg plagen uns die Bremsen. Die einzige Rettung sind Zweige. Es sieht ziemlich lustig aus, wie wir da Zweige schwingend durch die Gegend laufen. 🤣 Aber es hilft!!!
Der Nationalpark-Eingang scheint eine stillgelegte Farm zu sein. Die Gebäude stehen noch und die Weiden sind noch da.

Dieser Nationalpark hat nicht wirklich ein gutes Wegenetz. In der Nationalpark-Zentrale (Conaf-Büro) kann Steffen auch keine hilfreichen Informationen oder Kartenmaterial bekommen. Es gibt einen Weg zum Vulkan und zwei, drei andere kleine Wege.

Bis zum Nationalpark wanderten wir über Feldwege, ab der Farm wird der Weg zu einem abenteuerlicheren Pfad.

Abstieg zum Wasserfall.
Und da ist das Prachtstück 😉
Hier sieht man sehr schön, warum der Fluss Rio Blanco (weißer Fluss) heißt.
Rückweg

Auf dem Rückweg überrascht und der angekündigte Regen viel zu früh. Dennoch machen Friedrich und Steffen noch einen Abstecher zum Rio Blanco-Ufer und schießen Fotos.

Nach dem Regen während des Sonnenuntergangs sind die Lichtverhältnisse atemberaubend. Steffen wollte nur schnell noch etwas einkaufen. Er kommt zurück und verlangt ganz aufgeregt nach der Kamera. Er hat nicht mal Zeit zu sagen was los ist. 😅

In der Mitte steht unsere Cabana.

Am Samstag (04.01.2020) 12:30 legt unsere Fähre ab und wir fahren weiter Richtung Süden.