2019-11-03 Ein langes Wochenende in Sicht

Diese Woche ist auf jeden Fall eine kurze Schulwoche – Donnerstag und Freitag ist schulfrei. 😄 In der Schule sind so etwas wie Projekttage. Die Kinder erzählen, dass sie machen können was sie wollen. Also eine Gammelwoche. Nur im Kindergarten läuft es geordnet ab. An dem einen Tag z.B. machen sie traditionelle Spiele.

Alles steht Kopf!

Am Mittwoch habe ich zum ersten Mal Thüringer Klöße selber gemacht. Dazu gibt es Gulasch und Rotkraut 😋 Es war wirklich sehr lecker! Nur die Optik war nicht so toll 😅 Irgendwie sind die Klöße recht grau geworden, aber das liegt wohl daran, dass ich sie nicht geschwefelt habe.

Abends sind wir in der Gemeinde zum Halloween-Nachtisch-Wettbewerb. Ich habe Mumien, Schimmel-Pudding und Maden-Baiser im Angebot. 😅

Wir haben den vierten Platz belegt und diese tolle Schüssel gewonnen. 😄

Und am Donnerstag geht es endlich los – wir lösen mein Geburtstagsgeschenk ein. Unsere Cabana liegt an dem Lago Lanalhue in der Nähe von Contulmo. Und uns erwartet eine super tolle Unterkunft direkt am See mit Blick auf den See. Es gibt Kajaks, einen Strand und einen Steg. Einfach herrlich!!! Nach dem Mittagspicknick schnappt sich Marie-Luise gleich ein Kajak und paddelt los. Steffen fährt mit.

Es gibt sogar ein Boot mit Anker.

Am Nachmittag fahren wir nach Contulmo zum Einkaufen und Gegend erkunden. Der Parque Santa Elena lädt zum Spazierengehen. Am Wegrand sind immer wieder Holzfiguren von Tieren, die teilweise verblüffend echt aussehen.

Die Tiere sind in Tüten eingehüllt. Wir haben sie uns einfach angesehen und die Tüten dann wieder drüber gemacht. 😅
Am Ausgang haben wir gefragt, warum sie eingepackt seien und sie sagten, dass sie normalerweise nur Nachts eingehüllt sind. Die erste Aufsicht muss normalerweise als erstes nach oben gehen und alle Tüten entfernen. Da hatte wohl jemand am Morgen keine Lust dazu. 😂

Zurück an der Cabana möchte Paul auch unbedingt Kajak fahren. Und Steffen nimmt ihn mit. In der Zeit bereite ich das Abendbrot und den Grill vor.

Marie-Luise ist begeistert!

Am Abend gibt es eine Spiel- und Knabber-Runde. UNO kann ja so lustig sein. 😂

Für den Freitag ist absolutes Mistwetter angesagt und es ist so. Es schüttet wie aus Eimern. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben. Dann schauen wir halt Madagascar III. Nach dem Mittagessen machen wir uns dann auf den Weg. Der Regen hat mittlerweile nachgelassen und es ist immer mal trocken zwischen durch. Wir fahren zum Monumento Natural Contulmo – ein kleines Stück Urwald. Und es ist herrlich. Wir werden zwar ziemlich nass, aber das ist egal. Die Farne sind riesig und die Bäume uralt. Es ist einfach nur beeindruckend!!!

Riesige Farne – größer als Friedrich.

Am Eingang des Naturdenkmals entdecken wir einen kleinen Laden und ein „Klettergerüst“. Der Ladenbesitzer hat eigenen Honig aus dem Urwald und das Abenteuer-Klettergerüst gebaut. Das Gerüst hat er einfach aus Spaß gebaut und stellt für Steffen und die Jungs extra die Leiter dran, damit sie es sich ansehen können. In dem Laden gibt es neben Honig noch andere Leckereien – selbstgemachte Pralinen z.B. Wir nehmen gleich 3 Gläser Honig mit.

Anschließend fahren wir zum angeblich saubersten See Südamerikas – zum Lago Lleulleu. Hier finden wir einen kleinen Strand. Es ist kalt und windig, aber die Stelle ist urig schön. Allerdings bezweifeln wir, dass das tatsächlich der sauberste See ist. Keine Ahnung womit der See diesen Titel verdient hat. 😅

Am nächsten Morgen erwartet uns eine herrliche Szene – der See ist in Nebel eingehüllt. Heute soll das Wetter super werden und wir machen uns auf den Weg zum Nationalpark Nahuelbuta – der eigentliche Grund warum wir hier sind.

Der Weg dorthin ist das reinste Abenteuer. Wegen des schlechten Empfangs konnte Steffen nicht den genauen Punkt festlegen, wo wir hin wollen. Ein großer Fehler, wie sich im nachhinein herausstellte. Google führte uns durch den Wald auf immer abenteuerliche Wege. Wir passieren Schlammlöcher und tiefe Erdrillen bis wir an einem kleinen Fluss stehen, an dem wir beim besten Willen nicht weiterkommen. Also alles wieder zurück. Nur gut, dass wir ein Auto mit Allrad haben!!! Wir haben uns am Anfang nichts weiter dabei gedacht, weil die Anfahrtswege zu Nationalparks im Allgemeinen nicht so gut sind und den schlechten Zustand der Wege schrieben wir dem vorangegangenem Regen zu. 🤷‍♀️🤦‍♀️🤣 Man lernt nie aus! In Zukunft werden wir uns nicht mehr auf solche Weg einlassen!

Dieses Schlammloch kann wirklich die Folge des Regens sein.
Das Loch sieht ziemlich tief und alt aus. Aber zurück geht nicht mehr, also müssen wir da durch. Aber wir bereiten das ordentlich vor. Friedrich bekommt von dem Ganzen fast nichts mit. Er liest Harry Potter und lässt sich von solchen Problemchen nicht ablenken. 🙄😅

So viel Adrenalin haben ich selbst beim Achterbahnfahren nicht ausgeschüttet. 🤣

Nachdem wir wieder auf einer befestigten Straße gelandet sind, fragen wir uns durch. Fast jede Person fragen wir nach dem Weg, bis wir solche Schilder finden. Warum nicht gleich so? 😂

Mittlerweile ist es 12:40, eigentlich wollten wir vor zwei Stunden schon da sein. Wir suchen uns eine Parkmöglichkeit und essen erstmal was. Den offiziellen Parkplatz wollen wir nicht mehr erreichen, weil hier der Weg echt schlecht ist. Dass Wasser hat tiefe Rillen in die Fahrbahn gespült. Das Auto hat für einen Tag genug durchgemacht. Beim Essen laufen zwei ältere Ehepaare vorbei. Sie unterhalten sich auf Englisch und der eine Mann hat einen Rucksack mit einem Tempel drauf auf. Ich spreche sie an und es sind Missionarsehepaare unserer Kirche. Die Welt ist ja so klein. 😊

Nach der Mittagspause machen wir uns auf den Weg zum Adlerfelsen – Piedra Del Aguila. Es sind wirklich viele Menschen hier unterwegs. Auf dem Hauptparkplatz grillen sogar einige Leute und haben Klapptische sowie Stühle mit. Da fehlen mir schon etwas die Worte.

Die Araukarien sind ganz schön stachelig!!!
Die Rinde erinnert an eine uralte Schildkröte.
Im Hintergrund kann man die schneebedeckten Gipfel und Vulkane der Anden sehen.
Der Piedra Del Aguila. Es ist extra ein roter Kreis markiert, den man nicht verlassen darf, um nicht abzustürzen. Friedrich zeigt gerade auf eine Araukarie von der kleine Eisblättchen immer wieder runter geblasen werden.

Wir haben noch etwas Zeit und folgen einem kleinen Wanderweg. Und hier sehen wir sie – die über 2000 Jahre alten Araukarien.

Überall hängen Flechten.
Paul und ich sind auf der anderen Seite – so dick ist der Baumstamm.

Für den Rückweg entscheiden wir uns für den längeren, aber komfortableren Weg über Angol.

Das letzte Abendessen auf der Veranda.

Und dann ist es auch schon wieder Sonntag und wir müssen wieder nach Hause. Wir entscheiden uns für einen Umweg über Lebu. Hier soll es herrliche Strandhöhlen geben. Die eine ist riesig. Aber viel interessanter sind die Felsen vor den Höhlen. Hier kann man super klettern und spielen. Und eine Krabbe entdecken wir auch. Die hat sich in einem Netz verfangen. Ich nehme das Netz mit und entsorge es im Müll.

Der Sandstein ist super griffig.
Das Loch sieht aus wie gebohrt und ist ideal, um die Krabbe einzusperren sowie zu beobachten.
Schafft sie es sich allein wieder umzudrehen? Ja!
Die Kinder klettern und springen und rennen rum.
Hier am Strand sind mehrere Angler, die sich die Köder vorher am Strand sammeln oder …
… aus dem Sand ausgraben. Meine Kinder probieren es selber.

Den Aussichtspunkt Cueva del Toro dürfen wir natürlich auch nicht verpassen und erklimmen den Berg. Die Aussicht ist Atemberaubend. Wir lassen den Blick über das Meer schweifen und entdecken etwas merkwürdiges. Ist das ein Waal??? Das könnte einer sein, aber das Fernglas liegt im Auto. Wir haben den Fotoapparat. Na, probieren können wir es ja. Wir schießen ein paar Fotos und vergrößern den Ausschnitt. Neine, das ist kein Waal. Schade! Die Enttäuschung ist groß.

„Aber da unten ist ein Rochen. Schaut da ist ein Rochen“, Hans hat ihn entdeckt. Und das ist tatsächlich ein Rochen.

Vor der Heimreise stärken wir uns noch und genießen die wundervolle Natur.

Kurz nachdem wir starten sehen wir am Straßenrand eine Ansammlung von Truthahngeiern und Rabengeiern, sogar ein Adler sitzt dabei. Da muss Aas sein. „Dani, dreh schnell um! Das muss ich mir genauer ansehen“, sagt Steffen. Also wende ich mitten auf der Straße, die zum Glück breit genug ist und fahre zurück. Ist das cool. Die Geier hauen erst ab, als Steffen aussteigt. Die tollen Fotos der Geier verdanken wir einem Sack voller Fischreste.

Truthahngeier
Rabengeier

Die Fahrt führt durch eine abwechslungsreiche interessante Landschaft an der Küste entlang. Wir sehen ärmliche Behausungen und tolle Landschaften. Fernab der großen Hauptroute kann man sich ein viel besseres Bild von den Zuständen im Land und dem Leben der Bevölkerung machen, wenn auch nur schemenhaft. Immer wieder ist die Straße beschädigt, weil Reifen auf der Straße brannten, Überbleibsel der Straßenbarrikaden. An einigen Stellen, stellt sich uns die Frage, warum ausgerechnet hier? Hier ist doch gar nichts.

Zuhause angekommen laden wir das Auto aus, machen eine Kaffeepause und lassen das lange Wochenende in Ruhe ausklingen.

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