2020-01-07 Im Nationalpark Pumalin

Am 04.01.2020 brechen wir gegen 11:15 auf, um mit der Fähre zum Nationalpark Pumalin zu fahren. Hier geht die Carretera Austral nur mit Fähre weiter. Über Land gibt es keine Straße. Gegen 11:30 beginnt das Boarding. Allerdings werden nur die Tickets kontrolliert, ohne Ausweise. Das gab es auf den großen Fähren in Europa nicht.

Endlich auf der Fähre. Die Kinder beobachten beim Warten eine Robbe und Vögel.
Wir verlassen das kleine Städtchen Hornopiren.
Während der Fahrt wird ein Film gezeigt – Jurassic World. Nein, das ist nichts für unsere Kinder.

Wir lotsen unsere Kinder aufs Deck und genießen die wunderschöne Aussicht und die Sonne. Bald wird es ihnen aber langweilig, also gehen wir in unsere Auto. Aber auch das geht nicht lange gut. Also geht Steffen mit den Kindern wieder raus und ich lese einfach eine Runde.

Nach etwa 3 Stunden landen wir und fahren ca. 10 km über eine Halbinsel des Nationalparks. Am Ende wartet die nächste Fähre. Die benötigt allerdings nur eine dreiviertel Stunde bis zum Zielhafen. Die Zeit nutze ich zum Lesen und Steffen zum Beobachten und Fotografieren mit den Kindern.

Alle sind wieder auf der Fähre.
Was für eine wunderschöne Aussicht.
Wir landen.

Ursprünglich hatten wir gehofft hier am Hafen eine Cabana zu bekommen. Allerdings hat sich schon in Hornopiren herausgestellt, dass es hier nur sehr wenige teure Cabanas gibt. Wir entscheiden weiter zu fahren bis nach Chaiten – etwa 55 km. Hier sollten wir eine Cabana finden und den Nationalpark erreichen wir auch von da. Wir wollen 3 Nächte bleiben. Bei km 192 finden wir eine Cabana – rustikal und relativ groß. Der Besitzer sagt, dass er prinzipiell eine große Cabana hat, sie aber für die nächsten drei Nächte reserviert sei. Er zeigt sie uns aber trotzdem und will die anderen anrufen. Weil es schon recht spät ist, weiß er nicht so richtig, ob sie überhaupt noch kommen. Und dann bekommen wir sie einfach doch. Später sagt er uns, dass die Leute dann doch noch gekommen sind und stinksauer waren.

Bei der Cabana gibt einen einen Tümpel mit Fröschen und Kaulquappen. Es soll auch Darwin Frösche hier geben. Steffen ist mehr als begeistert und WiFi gibt es auch. Besser geht es fast nicht.

Als das Auto leer ist, gehen die Kinder gleich auf Erkundungstour und verhaften ein paar Kaulquappen. Frösche finden sie keine.

Am Sonntag gehen wir in Chaiten in die Kirche. Hier gibt es einen kleinen Zweig mit ca. 15 Anwesenden. Wir werden sehr freundlich willkommen geheißen.

Wir kommen im Regen an. Es wirkt alles noch recht leer. Die anderen kommen kurz vor 10:00 an.

Nachmittags zieht Steffen trotz Regens mit den Jungs los und spaziert 2 kleinere Wanderwege im Nationalpark ab. Der erste führt sie an uralten Alercen vorbei – die älteste ist über 3.000 Jahre alt. Wobei die Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sogar noch ältere gibt. Allerdings könne man die Jahresringe nicht mehr zählen, weil die Bäume innen hohl sind. Leider gibt es viele Touris, die die Rinde der alten Bäume einfach als Andenken mitnehmen und damit die Alercen zum Tode verurteilen. Dem einen fehlt schon die komplette Rinde unten.

Der Regenwald ist echt toll – so grün und zugewuchert.

Hansi kommt ins Fotofieber und probiert sich aus.
So große und dicke Bäume. Alercen sind nach dem Washingtoner Artenschutz Abkommen geschützt. In diesem sind nur zwei Bäume enthalten.

Der zweite Weg führt die Naturforscher an Wasserfällen vorbei. An dem Wanderweg treffen sie einen Kollegen Valdivia mit seiner Familie. Sie haben sich einen uralten Van mit Wohnmobilaufbau gekauft und touren damit durch Chile.

Zu den Wasserfällen gelangen die Forscher nur über Treppen.
Die Treppen sind ganz schön anstrengend für unseren Pauli.
Weiter geht es zum zweiten Wasserfall.
Sebastian mit seiner Familie.

Gegen 18:00 sind sie endlich wieder in der Cabana. Ich habe mir schon langsam Sorgen gemacht. Eigentlich wollten sie schon deutlich eher wieder da sein, aber sie haben einen alten Mann mitgenommen und ihn zur Fähre gebracht. Sie wollten ihn mit seinen großen Koffern nicht im Regen stehen lassen. 🤩 Marie-Luise und ich haben in der Zeit einfach nur gelesen und uns ausgeruht. Das muss auch mal sein. 😅

Gegen 22:00 hat Steffen noch keine richtige Lust schlafen zu gehen, also geht er auch Darwinfrosch-Suche. Er möchte unbedingt einen der kleinen Fröschchen finden. Steffen ist ein großer Fan von Darwin. Hören kann er sie super, aber gefunden hat er leider keinen – trotz Hilfe von Pablo, dem Cabana-Besitzer. Aber Pablo hat zwei andere Frösche für Steffen gefunden.

So hören sich die Darwinfrösche übrigens an:

Die beiden anderen Frösche hat er für die Kinder in den Sandeimer gesteckt. Das gab ein Hallo am nächsten Morgen.

Am Montag wollen wir den Vulkan Chaiten besteigen. Es gibt einen schönen Weg zum Krater. Kurz etwas zu dem Vulkan: Am 2. Mai 2008 brach er zum ersten mal aus. Bis zu dem Tag wusste niemand, dass das überhaupt ein Vulkan ist. Und dann brach er einfach aus. Die Aschewolke ragte 20 km hoch. Der Park wurde daraufhin gesperrt und erst vor etwa 3 Jahren wieder eröffnet. Wir wandern heute also durch eine relativ junge Vegetation. Die alten Baumstämme können wir überall noch sehen. Die Bäume sind aufgrund der enormen Hitze der Lava einfach verbrannt. Mit der Sonne haben wir heute allerdings keine Probleme – es regnet wieder mal. Wir sind ja auch im Regenwald. 😉😅

Während des Ausbruchs bildete die kältere Lava im Krater einen neuen Kegel. Deshalb sieht er auch so skurril, wie auf dem Bild aus.
Hier ist der Weg noch recht flach und schön zu gehen.
Diese Info-Tafel informiert über den Aufbau und die Gesteinsarten. Hier gibt es Obsidian – den besten Feuerstein überhaupt.
Wir überqueren einen Bach. Und ab hier geht es nur noch steil bergauf.

Der Aufstieg besteht überwiegend aus Stufen – aus hohen Stufen. Nicht nur Paul hat zu kämpfen. Ich hatte mich auf einen leichteren Anstieg gefreut, aber da habe ich mich wohl zu früh gefreut. Landschaftlich ist es einfach nur beeindruckend schön, aber davon bekomme ich nur etwas bei meinen Verschnaufpausen mit. 😣

Kurz vorm Ziel entdeckt Paul den ersten Obsidian. Steffen hat das Schwarze für Holzkohle gehalten. Aber nein es war tatsächlich Obsidian. Jetzt geht das Suchfieber los. Wer findet den größten und schönsten und die meisten.

Endlich oben und alles bewölkt.
Hier stehen noch die Baumreste als stumme Zeugen des Ausbruchs.

Leider bekommen wir den kompletten Kegel im Krater nicht zu sehen, weil die Regenwolken sehr hartnäckig kleben beleiben. Wir sehen lediglich einen erkalteten Lavasee, einen Kratersee und einen kleinen Teil des Kegels.

Und dann reist die Wolkendecke zumindest Bergab etwas auf und wir machen schnell ein Familienfoto:

Der Rückweg geht etwas schneller, als der Aufstieg. Sogar der Regen lässt nach.

Zurück in der Cabana fährt Steffen mit den beiden Großen einkaufen. Den beiden Kleinen lese ich Percy Jackson vor und fange an das Abendbrot vorzubereiten.

Am nächsten Tag geht es auch schon wieder weiter. Steffen lässt sich noch mit unserem freundlichen Vermieter vor Sr. Coihue fotografieren. Vorher hat und Pablo noch ganz stolz ein Stück Holz einer Coihue geschenkt, als Brettchen für’s Grillen. Das Holz ist besonders hart.

Unsere Cabana…
… bei km 192 mit dem Namen km 192. 😅

Selbst am Tag können wir die Darwinfrösche hören. Aber finden können wir auch dann keine. Die sind so klein und getarnt. Sie hüpfen auch nicht weg, wenn man auf sie zu läuft. Es ist wirklich verflixt schwierig diese kleinen Fröschchen zu finden. Aber ganz schön laut sind die. 🤣

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